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 Reiseberichte
Stuppi Offline

Steuermann


Beiträge: 29

18.12.2012 23:53
Törnbericht Hamburg - Duisburg antworten

Start der Überführungsfahrt war am 05.08.2012 in Hamburg auf der Dove-Elbe. Na ja, Start eigentlich noch nicht, sondern Übungsfahrten zum kennenlernen des Bootes.


Ich hatte zwar zwei Tage zuvor die Abnahme beim Händler, incl. Einweisungsfahrt absolviert, aber das reichte mir nicht um direkt nach Duisburg aufzubrechen. Außerdem war ich nicht alleine, ein Freund hatte sich angeboten die Fahrt mit mir zusammen durchzuführen. Auch er wollte sich erst einmal eingewöhnen. Die Dove-Elbe ist ein sehr schönes Revier, fast keine Strömung und links und rechts Natur pur.


Wenn man in diesem Revier unterwegs ist, sollte man besonders umsichtig fahren. Es ist nicht selten, das Schwimmer und Angler mitten im Fahrwasser unterwegs sind


Nach 2-3 Kilometern kommt man an einer Regattastrecke vorbei. Wenn dort Wettkämpfe ausgetragen werden, ist der nachfolgende Teil der Dove-Elbe gesperrt und damit nicht mehr befahrbar, also unbedingt vorher informieren.
Aber am Montag dem 06.08.2012 geht es los, bei typisch "Hamburger Schietwetter“. Die Tatenberg-Schleuse erreichen wir direkt nach 100m. Diese Schleuse ist auch für Sportboote gebührenpflichtig. Für uns hat der Händler die Gebühr übernommen, so das wir das Boot nicht verlassen müssen, um unseren Obolus im Steuerstand zu entrichten. Der Fall an diesem Morgen, ganze 10cm (kein Schreibfehler) und wir sind fast alleine in der Kammer. Also alles sehr entspannt und gut zum Üben.


Bei recht ruhigem Wasser fahren wir die Norderelbe zu Berg. Ab der Bunthäuser Spitze, dort wo sich die Elbe in Norder- und Süderelbe trennt, dann auf der Elbe zu Berg.


Jetzt gibt es zwar keine Geschwindigkeitsbegrenzung mehr aber wir müssen uns erst einmal mit dem „zick-zack-fahren“ anfreunden. Markierung auf dem linken Ufer bedeutet backbord voraus auf dem rechten Ufer die korrespondierende Markierung suchen und darauf zu halten. So lange unter diesem Ufer fahren, bis die nächste Markierung wieder einen Wechsel einleitet. Manchmal stehen die Markierungen auch direkt hintereinander und man fährt, gerade angekommen, gleich wieder zurück. Das sieht schon recht komisch aus, besonders bei den Berufsschiffen.


Nach einigen Kilometern kommt die erste große Herausforderung, Schleuse Geesthacht. Anruf an die Schleuse per Funk, für mich das erste mal, und unseren Wunsch nach „schleusen zu Berg“ kundgetan. Wir sollen einen Moment warten, können dann aber, kaum festgemacht, nach den „Großen“ in die Kammer. Zum ersten mal Schleusen in einer großen Kammer zusammen mit den Dicken. Das einströmende Wasser verursacht keine nennenswerten Turbulenzen und das Boot lässt sich mit nur einer Leine gut halten. Nachdem die Ausfahrt frei ist, fahren die „Profis“ vor uns mit „gebremstem Schaum“ los. Fazit, viel weniger Stress als gedacht und alles hat bestens geklappt.


Nach der Schleuse legen wir dann doch mal den Hebel auf den Tisch, wollen es einfach mal wissen und es hat riesig Spaß gemacht.


Die Einfahrt zum Elbe-Seiten-Kanal, wie ich finde völlig unscheinbar, hätten wir fast übersehen.


Nach nur 5 Kilometern kommt das Schiffshebewerk Lüneburg in Sicht. Nach dem Anruf per Funk, nun schon etwas routinierter, erhalten wir als Antwort die Hiobs-Botschaft: „Das Hebewerk ist gesperrt … voraussichtlich bis 23 Uhr ... Tor defekt … Sportboote erst wieder am nächsten Tag ab 6 Uhr“. Es ist gerade 14 Uhr, na super. Also anlegen, aber wo? Die Sportbootwartestelle ist bereits voll belegt. Wir beschließen den Anleger der Kanuten zu nutzen, die sind nicht da und wir können von hier an Land gehen.


Um die Zeit zu nutzen, schauen wir uns die sehr interessante Ausstellung im Hebewerk an. Auf dem Weg liegt ein Supermarkt, wo wir noch ein paar Kleinigkeiten besorgen.


Als wir zum Boot zurück kommen, erwartet uns die Wasserschutzpolizei. Sie macht uns freundlich (und ich meine wirklich freundlich) darauf aufmerksam, das wir an dem Kanuanleger nicht bleiben dürfen. Wir legen also ab und machen an der Sportbootwartestelle gerade außerhalb der Kennzeichnung fest. Die Sportbootwartestelle befindet sich backbord an einer sehr hohen Spundwand. Die Lücken sind so groß, das selbst quer gehängte Fender fast darin verschwinden. Außerdem kann man nur an Land, wenn man zufällig an einer Leiter zu liegen kommt.


Nach kurzer Zeit müssen wir abermals das Feld räumen, die Berufsschifffahrt braucht den Platz, so gehen wir bei einem Segelboot ins „Päckchen“. Am Abend dann etwas zu essen gekocht, ein Bierchen getrunken und ab in die Koje.
Morgens um 5 Uhr habe ich einen Blick aus dem Fenster riskiert und - alle Berufsschiffe noch da. Auf meinen Anruf per Funk an das Hebewerk, „wir sind wach“, kommt die Antwort, „noch defekt ... nicht vor heute abend 18 Uhr ... eher später“. Nach dem Frühstück beschließen wir zurück auf die Elbe und dort die Elbe aufwärts nach Lauenburg zu fahren. In der mitgeführten Literatur wird die Marina dort sehr gelobt. Kaum angekommen, finden wir sofort einen guten Platz. Die Hafenmeisterin ist sehr freundlich und hilfsbereit.


Wir machen uns einen schönen Tag in Lauenburg, sehen uns das Städtchen an und essen sehr gut zu Mittag und Abend.




Als wir am Elbufer entlang gehen, werden wir Zeuge, das auch den Profis nicht immer alles gelingt. Der Wind ist auch wirklich enorm und die Kurve einfach nicht breit genug.




Der Tag klingt mit einem wunderschönen Sonnenuntergang aus.


Nach einer ruhigen Nacht gehen wir um 5 Uhr duschen, frühstücken an Bord und fahren dann los. Die Nachfrage, ob das Hebewerk wieder funktioniert, erübrigt sich. Als ich das Funkgerät einschalte, höre ich bereits, das fleißig der Stau abgebaut wird. Statt Montag nachmittag nun schon Mittwoch morgen. Da wir nicht unbegrenzt Urlaub haben, müssen wir nun leider „Kilometer fressen“. Das Schleusen im Hebewerk ist einfach, es unterscheidet sich nicht von einem normalen Anlegemanöver. Nachdem die Position erreicht ist, wird das Boot ganz normal festgemacht. Da man ja mit dem kompletten Trog nach oben fährt und kein Wasser ein- oder ausgelassen wird, gibt es keinerlei Strömung. Wir fahren nach der TRINITAS in den Trog und unterhalten uns mit dem freundlichen Kapitän auf dem 38 m langen Weg nach oben.




An der nächsten Schleuse, Uelzen, haben wir Glück. Gerade angemeldet, heißt es, „Volltreffer ... sofort in die Kammer steuerbord ... am ersten Schwimmpoller steuerbord festmachen“. Wir sind gerade drin, da geht das Tor auch schon zu. Wir sind alleine in der Kammer und es geht nach oben, 23 Meter, da kommen wir uns schon recht verloren vor. Der Wasserspiegel steigt zügig, aber ohne viel Strömung zu verursachen. Das Boot lässt sich leicht mit einer Leine halten.



Nach der Schleuse geht es auf dem Heide-Suez weiter Richtung Süden, dann einbiegen auf den Mittellandkanal Richtung Westen. Unser Ziel heute ist der Stichkanal nach Salzgitter, dort liegt nach wenigen Kilometern der Sportboothafen Heidanger. Ein sehr verträumter Kanal, rechts und links mit hohen Bäumen bewachsen, die schon fast ein Dach über dem Wasser bilden. In den Hafen geht es backbord durch eine Art Tunnel und man glaubt sich in einer Märchenlandschaft. Rundum hoch bewaldet, hohe Stege, Terrasse mit Palmen und Blick auf die Boote, ein Restaurant mit wirklich guter Küche, die Sanitäranlagen äußerst gepflegt und ein sehr freundlicher und netter Hafenmeister. Als wir ankommen, ist es schon fast dunkel.


Donnerstag morgen 5 Uhr, bei leichtem Frühdunst über dem Wasser stehen wir auf, duschen und frühstücken. Kurz vor 6 Uhr geht es wieder weiter. Ausfahrt aus dem Hafen, vorsichtig, da man nicht in den Kanal sehen kann, bevor man aus dem Tor kommt und wenn man durch ist, schon mitten im Fahrwasser steht. Aber so früh ist noch niemand unterwegs. Das kurze Stück Stichkanal zurück, dann weiter auf dem Mittellandkanal Richtung Minden. Wir haben als Ziel den Mindener Yachtclub, ein sportliches Ziel, aber wie schon erwähnt, wir haben nicht unbegrenzt Urlaub.
Davor liegt aber noch eine Schleuse, Anderten. Als wir uns über Funk anmelden heißt es, warten am Sportbootanleger. Der ist bereits voll, aber uns winkt der Skipper der ERGO heran und wir gehen bei ihm ins Päckchen. Nach nicht all zu langer Wartezeit, kommt die Durchsage über Lautsprecher und Funk, alle Sportboote mit in die Schleuse. Gerade sind zwei Berufsschiffe eingefahren und da sollen wir alle mit? Alle bedeutet, neun Sportboote unterschiedlicher Größe. Aber gut, wenn es so sein soll, wir folgen der Aufforderung. Hinter den beiden Dicken stellen wir uns dann auf, drei Reihen zu je drei Sportbooten. Im Päckchen zu schleusen ist für mich doch recht aufregend, habe ich das bisher noch nicht erlebt. Da wir in der erste Reihe in der Mitte liegen entfällt für uns diesmal das Leinen umlegen, auch nicht schlecht. Als die Ausfahrt freigegeben wird, lasse ich dann doch sicherheitshalber meinen Motor an, man weiß ja nie. Doch hier muss ich die Berufsschiffer loben. Die COSWIG vor uns hat natürlich gesehen, was da hinter ihr versammelt steht und hat sich wirklich „auf leisen Sohlen“ ohne Wellen etc. aus der Schleuse bewegt. Das finde ich wirklich klasse.


In der ersten Dämmerung fahren wir durch das xMindener Wasserstraßenkreuz und überqueren die Weser mit Gegenverkehr.


Mit Einbruch der Dunkelheit erreichen wir endlich unser Tagesziel, den Mindener Yachtclub.


Nach dem Anlegen und dem Erledigen der „Formalitäten“ bei der Hafenmeisterin trinken wir ein kühles Pils, oder auch zwei, und gehen dann in die Kojen. Der Hafen ist sehr ruhig gelegen, schwellfrei und mit allen notwendigen Einrichtungen. Auch hier stehen wir am nächsten morgen um 5 Uhr auf, duschen, frühstücken und machen kurz vor 6 Uhr die Leinen los.


Auf dem Mittellandkanal geht es weiter Richtung Westen bis zum Dortmund-Ems-Kanal. Am „nassen Dreieck“ also nach Süden, der nächste Halt entweder „Alte Fahrt Fuestrup“


oder noch durch die Schleuse Münster zum Yachtclub Monasteria. Wir kommen gut voran und beschließen die Schleuse noch heute zu nehmen, damit wir am Samstag morgen ohne Zeitverzug starten können. Das mit der Schleuse ist überhaupt kein Problem, Wartezeit gleich null, der Schleusenvorgang mit den Dicken völlig entspannt. Aber der Yachtclub direkt hinter der Schleuse ist voll belegt, keine Möglichkeit zu übernachten. Nun gut, Münster rühmt sich ja seines Stadthafens und wir wollen mal sehen, ob es möglich ist, dort über Nacht zu liegen. Als wir in den Hafen einfahren ist uns klar, als Tagesbesuch eine super „Location“, Geschäfte, Restaurants, Bars, Straßencafes und so weiter. Aber bei einigen hundert Menschen am Pier, einer Open-Air-Disko mit entsprechender Lautstärke und, auf der noch nicht so erschlossenen Südseite des Hafens, ein paar Dutzend recht dunkler Gestalten, kein guter Platz zum Übernachten. Also die mitgeführte Literatur gewälzt und eine Sportbootliegestelle einige Kilometer weiter gefunden. Hier, an einer Liegestelle für die Berufsschiffe, ist ein Teil für Sportboote hergerichtet worden. Die Spundwände sind zugeschweißt und es wurden zusätzliche Ringe und Klampen angebracht. Die Liegestelle ist recht ruhig gelegen und auf der kompletten Länge hell beleuchtet. Für die „Benziner“ unter uns sei erwähnt, das es etwa 300 Meter entfernt eine Landtankstelle gibt. Wir nutzen das um unseren Tankinhalt aufzustocken.

Am Samstag morgen um kurz nach 5 Uhr wird gefrühstückt, auf das Duschen müssen wir verzichten, und wieder Leinen los. Den Dortmund-Ems-Kanal weiter Richtung Süden bis zum Dattelner Meer und dort in den Rhein-Herne-Kanal. An der ersten Schleuse haben wir Glück, mit zwei weiteren Sportbooten können wir hinter einem leeren Berufsschiff mit in die Schleuse. Über Funk höre ich, das das Berufsschiff auf den Rhein will und es eilig hat. Also hängen wir uns dran und haben bei den weiteren Schleusen keine Wartezeiten. Vor der Schleuse Meiderich verlässt uns dann das Glück, unser „Zugpferd“ kann mit einem Berufskollegen schleusen. Dadurch ist die Schleuse voll, und wir müssen auf die Warteposition hinter die Dalben. Durch den recht böigen Wind gar nicht so einfach bei den beengten Platzverhältnissen.


Nach längerer Wartezeit können wir mit einem anderen Schiff auf den Rhein abschleusen. Von der Schleuse geht es nun durch den Duisburger Hafen raus auf den Rhein.


Noch die 3 Kilometer „bergauf“ und ab in die Marina Duisburg.


Dort werden wir von unseren Frauen empfangen, die unsere Einfahrt von der Fußgängerbrücke aus fotografieren.



Es ist Samstag, 18:30 Uhr und wir sind angekommen.

 Sprung  

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